Wissenschaftler aus aller Welt entwickeln gemeinsam mit Forschenden der unibz neue Lösungen zum Thema Industrie 4.0 für Klein- und Mittelbetriebe. Am Campus Bozen der unibz bieten in den kommenden Wochen Gastdozenten aus Thailand und den USA in Vorlesungen und Workshops Einblick in ein boomendes Forschungsfeld.

Sechs Professoren und Wissenschaftler der Chiang Mai University aus Thailand sowie Professor Joseph Sarkis des Worcester Polytechnic Institute (WPI) aus den USA halten sich derzeit am Campus Bozen der Freien Universität Bozen auf, um mit Wissenschaftlern der unibz im EU-Projekt „SME 4.0 – Industry 4.0 for SMEs“ zu arbeiten. „Die Zusammenarbeit mit Partnern aus den USA sowie Asien ist für uns eine große Bereicherung und hat mit dazu beigetragen, dass die Freie Universität Bozen inzwischen führend in der Forschung zu Industrie 4.0 für klein- und mittelständische Unternehmen ist“, unterstreicht der Forscher Erwin Rauch, operativer Projektleiter und Leiter des Smart Mini Factory Labors an der Freien Universität Bozen. Dies schlägt sich laut Rauch in Folge auch im zunehmenden Interesse von lokalen Unternehmen an Forschungsdienstleistungen zur Einführung von Industrie 4.0 Technologien nieder.

Das Projekt „SME 4.0 – Industry 4.0 for SMEs“, wurde im Jahr 2017 gestartet, hat eine Laufzeit von vier Jahren und ist das erste EU-Projekt, das die unibz als Projektkoordinator leitet. Ziel der international besetzten Forschungszusammenarbeit ist es, die Anforderungen von klein- und mittelständischen Unternehmen zum Thema Industrie 4.0 zu untersuchen und im Anschluss Lösungen für eine systematische Einführung von Industrie 4.0 zu entwickeln.

Die internationale Besetzung des Projektes erlaubt dabei eine globale Sichtweise. Unter der Leitung der Freien Universität Bozen arbeiten die Montanuniversität Leoben aus Österreich, die Technische Universität Kosice aus der Slowakei, das Massachusetts Institute of Technologie (MIT) sowie das Worcester Polytechnic Institute (WPI) aus den USA, die Chiang Mai University aus Thailand, das SACS MAVMM Engineering College aus Indien sowie das KMU-Unternehmen Elcom sro aus der Slowakei zusammen daran, wie Industrie 4.0 leichter in klein- und mittelständischen Unternehmen umgesetzt werden kann. Zusätzlich haben über 60 KMUs, darunter auch eine Reihe lokaler KMUs aus Südtirol, an der Erhebung des aktuellen Stands von Industrie 4.0 in den Unternehmen teilgenommen. Bis Ende des Jahres 2019 werden die Ergebnisse aus der ersten Projektphase in einem Buch mit dem Titel „Industry 4.0 for SMEs: Challenges, Opportunities and Requirements“ des renommierten Palgrave Macmillan Verlags veröffentlicht werden. Eine zweite Buchveröffentlichung mit praktischen Anwendungen von Industrie 4.0 im KMU sowie Industriefallbeispielen ist für das Jahr 2021 geplant.

Aktuell arbeiten und forschen sieben Wissenschaftler aus dem Projekt am Campus Bozen der Freien Universität, einige von ihnen nur für einige Wochen, andere hingegen für vier Monate. Im Rahmen der Aufenthalte werden die Gastwissenschaftler ihr Know-how in Form von Gastvorlesungen, Workshops, Series of Lectures an Wissenschaftler, Unternehmen und Studenten weitergeben. Doktoranden der Freien Universität Bozen und der Chiang Mai University nehmen an einem Doktorandenworkshop mit Prof. Joseph Sarkis, renommierter Wissenschaftler des WPI (USA) und Editor mehrerer Journals, teil. In einer Gastvorlesung zum Thema Industrie 4.0 und Nachhaltigkeit geht Prof. Sarkis zudem auf die Symbiose dieser beiden globalen Trends ein. Prof. Wong der Chiang Mai University wird in einer Series of Lectures über seine Erfahrung im Bereich Field Robotics und der Entwicklung von Mango-Pflückrobotern in der Landwirtschaft referieren. Doktoranden der Chiang Mai University arbeiten im Smart Mini Factory Labor der Freien Universität Bozen zusammen mit Wissenschaftlern aus Bozen an Demonstratoren für Industrie-4.0-Anwendungen in der industriellen Praxis. Die lokalen Wissenschaftler unterstützen die Chiang Mai University wiederum beim Aufbau des ersten Industrie 4.0-Lernfabriklabors in Thailand nach dem Vorbild des Smart Mini Factory Labors.

 

Related Articles

Article
Außen Alexa. Innen Horst

Alexa, Siri, Sophia: Nicht nur die Namen und Stimmen digitaler Assistenzsysteme sind weiblich, auch die Körper humanoider Roboter, in die künstliche Intelligenz zunehmend verpackt wird. Wie wirkt sich die Feminisierung von Technologie auf die Gleichberechtigung der Geschlechter aus? Mit dieser Frage beschäftigt sich die Politikwissenschaftlerin Mirjam Gruber von Eurac Research.

Interview
Aspettando Beatrice

L’11 febbraio si celebra la Giornata internazionale delle donne e delle ragazze nella scienza istituita dalle Nazioni Unite. Lo scorso febbraio, in questa occasione, l’Università La Sapienza di Roma ha organizzato un convegno e presentato alcuni dati sulla ricerca al femminile in Italia*. Li abbiamo discussi con tre ricercatrici che in Eurac Research coordinano gruppi di ricerca molto diversi tra loro: ci hanno raccontato le loro esperienze personali, ma hanno tirato in ballo anche la Divina Commedia.

Article
Snellire il traffico si può. Con un modello matematico

Un modello matematico creato da Valentina Morandi, ricercatrice della Facoltà di Scienze e Tecnologie della Libera Università di Bolzano, permetterebbe, con un sistema di navigazione centralizzato, di decongestionare le strade dal 5 al 10%. Parallelamente, Morandi sta studiando un modello per integrare il sistema di trasporto pubblico e privato aumentandone efficacia ed economicità: una soluzione ideale per le zone di montagna più remote e meno servite.

Article
Infrastrutture verdi. Dal progetto WEQUAL nuovi strumenti a tutela del territorio

Un progetto di ricerca triennale della Facoltà di Scienze e Tecnologie, in collaborazione con imprese del settore, ha portato alla creazione di una piattaforma informatica che permette di calcolare con precisione l’impatto delle opere di contenimento e prevenzione del dissesto idrogeologico.