Wie viel Erhabenes, wie viel Schönheit finden wir in der Forschung, wie sehr und in welcher Form setzen sich Forscher mit Aspekten von Schönheit auseinander? Das aktuelle Wissenschaftsmagazin von unibz und Eurac Research geht auf Spurensuche.

Academia hat nachgefragt: bei der Ingenieurin, dem Kunsttheoretiker, dem Agrarwissenschaftler, der Biologin, dem Regionalentwickler, der Informatikerin, dem Wirtschaftswissenschaftler... Und siehe da, es gibt viel Schönes zu entdecken, auch dort, wo wir es im ersten Moment nicht vermuten würden. Oft taucht die Schönheit unter neuen Namen auf, nennt sich „Nachhaltigkeit“, „Sinnhaftigkeit“, „Coolness“ beispielsweise im Interview zum Denkmalschutz mit Alexandra Troi, Ingenieurin (Eurac Research), und Stephan Schmidt-Wulffen, Kunsttheoretiker (unibz). Die beiden Experten diskutieren angeregt, was aus der Schönheit in Kunst und Architektur geworden ist, und wie sie zu erhalten sei. Schön, so meint Stephan Schmidt-Wulffen, sei in der Denkmalpflege oft etwas Bedrohliches. Was für viele Leute schön sei, gehe oft schon in Richtung Walt Disney. „Dagegen müssen Denkmalpfleger oft ankämpfen. Sie wollen schließlich auch das Altern der Objekte sichtbar halten.“ Für Alexandra Troi, die als Ingenieurin historische Gebäude energieeffizient renoviert, ist Schönheit eine Frage des In-Wert-Setzens: „Als ich das erste Mal durch das jahrelang ungenutzte Bozner Waaghaus gegangen bin, dachte ich nur: Hilfe, in welchem Zustand ist dieses Gebäude. Meine Kollegin, eine Denkmalpflegerin, hat mir dann die Augen geöffnet für die kleinen wertvollen Details.“

Wissenschaftler fühlen sich aber auch verantwortlich, wenn es darum geht, die Schönheit unserer Natur oder unseres kulturellen Erbes zu erhalten - Stichwort Agrotourismus, Biodiversität, nachhaltige Landwirtschaft, Renaturierung von Flüssen. Im Zuge des Projekts Biodiversitäts-Monitoring Südtirol wird etwa der Tier- und Pflanzenbestand der Region über lange Zeitperioden erhoben und beobachtet. Ulrike Tappeiner (Eurac Research / unibz): „Wir brauchen ein kontinuierliches Monitoring, um zu verstehen, wie rasch sich die Biodiversität ändert und wo solche Veränderungen besonders heikel sind, etwa in der Landwirtschaft.“

Aus historisch-didaktischer Perspektive beleuchtet der Zeithistoriker Norbert Parschalk (unibz) im aktuellen Heft Schönheitsideale. In seiner nunmehr dritten illustrierten Biografie – die Illustrationen stammen wieder von Jochen Gasser – dreht sich alles um Kaiserin Elisabeth, besser bekannt als Sissi. Ausgehend von der Überzeugung, dass „die Vergangenheit viel zu komplex ist, um sie zwischen zwei Buchdeckel zu bringen“, versucht das Duo vielmehr auf kurzweilige und ansprechende Weise, Aufmerksamkeit und Neugier für die bekannte historische Figur zu wecken und die Leser zu eigenen Fragen anzustoßen.

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